Wofür ich stehe

Wir müssen uns jetzt entscheiden:
Akzeptieren wir die Ungerechtigkeiten, wie sie sind, oder ergreifen wir die Chance, etwas zu verändern und mutig laut zu werden? Wir sind nicht hier, um Kompromisse mit einem System zu machen, das Ungleichheit und Ungerechtigkeit zementiert.
Keine Ausreden – soziale Gerechtigkeit ist einfach nicht verhandelbar.
Ich stehe an deiner Seite – und das auch nach der Wahl.
Seit Jahren arbeite ich mit Menschen, die vom Sozialsystem im Stich gelassen werden. Das bestehende Bürgergeld-System entwürdigt viele, statt zu helfen. Deshalb setze ich mich für eine sanktionsfreie Grundsicherung ein, die Existenzängste beseitigt und ein Leben in Würde ermöglicht. Soziale Gerechtigkeit ist für mich kein abstraktes Ziel, sondern ein Versprechen, für das ich mit aller Kraft kämpfen werde.
Die Bildungspolitik liegt mir besonders am Herzen. Als Schulsozialarbeiterin habe ich gesehen, wie wichtig es ist, Jugendlichen Unterstützung zu bieten, um ihre Potenziale zu entfalten. Das bestehende System verstärkt Ungleichheiten, statt sie abzubauen. Ich kämpfe für eine kostenfreie, bedarfsgerechte Bildung von der Kita bis zur Hochschule – Bildung muss ein Recht und kein Privileg sein.
Ich stehe für kostenfreie Bildung für alle, die Stärkung der öffentlichen Schulen und gleichberechtigte Bildungschancen!
Menschenrechte sind für mich keine abstrakten Prinzipien, sondern die Grundlage eines würdevollen Lebens. In meiner Arbeit als Heimleiterin einer Notunterkunft für geflüchtete und wohnungslose Menschen habe ich erlebt, wie Menschen in einem der reichsten Länder der Welt um ihre letzte Würde kämpfen müssen.
Deshalb setze ich mich dafür ein, dass jeder Mensch ein Recht auf ein Dach über dem Kopf, Zugang zu Arbeit, Bildung und medizinischer Versorgung hat.
Ich gehe als Sozialarbeiterin ins Parlament und bleibe eine.
Es macht uns verdammt wütend, dass soziale Sicherheit, Bildung und Wohnen immer mehr zu Privilegien werden. Diese Wut hat mich nicht gelähmt – sie gibt mir Antrieb weiterzumachen und weiterzukämpfen. Auch wenn es bedeutet sich jeden Tag für die Zuversicht zu entscheiden. Wir werden nicht länger zusehen, wie eine Politik für die Reichen gemacht wird, während die Mehrheit immer mehr verliert.
Ich will eine Politik, die uns Hoffnung macht. Die über humane Lösungen spricht, statt nur über Macht. Eine Politik, die uns zusammenbringt, statt uns zu spalten: Weil wir MENSCHEN sind. Eine Politik, die zuhört und hinschaut! Ich bin bereit meine Stimme mit all meiner Kraft für diejenigen einzusetzen, die überhört werden. Aus meiner Arbeit als Sozialarbeiterin weiß ich, was es bedeutet, wenn Menschen von der Politik im Stich gelassen werden. Was es bedeutet, wenn man sich Tag für Tag krumm biegt und trotzdem nichts zum Leben übrig bleibt. Mieten und Preise steigen nicht „einfach so“ – sie werden erhöht. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum und Preisdeckel, die wirken. Deshalb kämpfe ich dafür, dass Politik und Wirtschaft wieder für die Menschen arbeiten. Während andere leere Versprechen geben, stehe ich zu meinem Wort. Wir hören zu, machen Deine Anliegen zu unserem Auftrag und werden diese entschlossen vertreten.
Ich gehe als Sozialarbeiterin ins Parlament und bleibe eine. Deshalb bieten wir eine Sozialsprechstunde an, um dich konkret zu unterstützen. Andere reden, wir machen. Ich werde einen großen Teil meines Abgeordnetengehalts abgeben. Denn abgehobene Gehälter führen zu abgehobener Politik. Mit diesem Geld unterstützen wir BürgerInnen in Not und soziale Projekte – auch hier in Bochum. Gemeinsam kämpfen wir für ein würdevolles Leben für alle, in dem sich niemand zwischen Heizen und Essen entscheiden muss. Ich verspreche keine Wunder, aber ehrliche und greifbare Politik, die mit anpackt.
Statement
Warum ich das “Palästinensertuch” trage
Ich trage das Tuch, weil ich die vom Internationalen Gerichtshof, vom Internationalen Strafgerichtshof, der Vereinten Nationen, aber auch unzähliger namhafter Menschenrechtsorganisationen angemahnten Menschenrechtsverletzungen durch die israelische Regierung an der palästinensischen Zivilbevölkerung ernst nehme. So wie ich es von jedem anderen Bundestagsabgeordneten erwarte.
Ich möchte betonen, dass das Tragen der Kufiya und die Solidarität mit Palästina nicht gleichzusetzen ist mit der Unterstützung der Terrororganisation Hamas.
Wenn man sich für universelle Menschenrechte ohne Wenn und Aber einsetzt, dann kämpft man gegen jeden Antisemitismus und Rassismus, gegen jeden Krieg und Völkermord und steht fest auf Seiten der Menschlichkeit.
Daher verurteile ich selbstverständlich den Anschlag der Terrororganisation Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung gleichermaßen wie den ausgeübten Genozid der israelischen Regierung auf die palästinensische Zivilbevölkerung in Gaza und die Besetzung im Westjordanland.
Ich zeige meine uneingeschränkte Solidarität mit den Menschen, mit allen Opfern dieses jahrzehntelangen Konflikts, der endlich enden muss. Ich möchte auch darauf aufmerksam machen, dass es deutsche Waffen sind, die dieses Leid in Gaza ermöglichen. Deutschland hat zu Recht eine historische Verantwortung jüdischem Leben gegenüber, aber auch, dass es auch keine weiteren Völkermorde geben darf.
Das ist meine historische Verantwortung als Abgeordnete des Deutschen Bundestages.
Die Dämonisierung der Solidaritätsbekundungen von tausenden Menschen weltweit, die friedlich für den Erhalt der Menschenrechte auf die Straße gehen als “antisemitisch” weise ich entschieden zurück. Es ist eine skandalöse Praxis, um den Protest für Menschenrechte zu delegitimieren und kritische Stimmen direkt in die Ecke einer terroristischen Organisation oder der Israelfeindlichkeit zu rücken.
Die Kufiya ist kein Zeichen des Hasses, sondern der Solidarität und der Sichtbarkeit Palästinas.
Historisch bezieht sie sich auf die kulturellen Symbole Palästinas – Fischernetze, Handelsrouten und Olivenzweige. Doch auch in der jüngeren Vergangenheit symbolisierte das Tuch die palästinensische Identität und den Widerstand gegen die Unterdrückung dieser Identität.
Es demonstrieren auch viele deutsche Jüdinnen, Juden und Israelis in Deutschland mit Kufiya gegen das Vorgehen der israelischen Regierung.
Auch in Israel selbst wächst die Kritik der Bevölkerung an der Netanjahu-Regierung und am Krieg und Unterdrückung gegen Palästina. Und gleichzeitig sieht man in Palästina, dass die Mehrheit der Zivilbevölkerung dort gegen die Hamas demonstriert. Das zeigt: Die Menschen wollen Frieden.
In den sozialen Medien haben mir mehrere tausend Menschen ihre Hoffnung signalisiert, dass sich endlich jemand im Bundestag mit der palästinensischen Zivilbevölkerung solidarisiert, die sonst in politischen Debatten in Deutschland für den Terror der Hamas kollektiv mitschuldig gemacht werden. Der Bundestag braucht Menschlichkeit.
Über mich
Ich heiße Cansın Köktürk, ich bin Sozialarbeiterin, Autorin und Aktivistin aus Bochum. Die Erfahrungen aus meinem Berufsalltag aus der Sozialen Arbeit bewegten mich dazu, mich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Ich wurde 1993 im Ruhrgebiet geboren und habe nach dem Abitur Soziale Arbeit an der Universität Duisburg-Essen studiert.
Ich wollte wissen, wieso Menschen in Armut leben müssen und vor allem wieso Menschen erst und überhaupt durch die Soziale Arbeit aufgefangen werden müssen. Nach dem Studium arbeitete ich als Sozialarbeiterin und später als Heimleiterin in einer Notunterkunft für Geflüchtete, obdachlose und suchterkrankte Menschen. Weiter ging es für mich in der aufsuchenden Familien – und Jugendhilfe und in der Schulsozialarbeit. Ehrenamtlich engagiere ich mich in der Obdachlosenhilfe.
Meine Perspektiven und Inhalte basieren auf persönlichen Erfahrungen und einer fundierten, argumentativen Auseinandersetzung mit den Themen, die mir am Herzen liegen.

Beiträge & Publikationen
Bücher
Unsozialstaat Deutschland
Warum wir radikal humanistisch werden müssen
Quadriga, 31.03.2023
Die Armutsquote in Deutschland hat ein Rekordhoch erreicht. Die verheerenden Auswirkungen erlebt Cansin Köktürk bei ihrer täglichen Arbeit als Sozialarbeiterin hautnah: In Kitas, in Schulen, in der ambulanten Jugendhilfe, in Notunterkünften und in den Städten, die am stärksten davon betroffen sind. Sie fordert eine Vermögenssteuer, Soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit.
Gastbeiträge
Asylpolitik: Wo bleibt die moralische Integrität der Grünen?
der Freitag, 02.10.2024
Politik bedeutet Kompromiss. Doch Bündnis 90/Die Grünen, die einst für Menschenrechte, Umweltbewusstsein und soziale Gerechtigkeit standen, scheinen zunehmend bereit, ihre Werte zugunsten politischer Macht aufzugeben.